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Meine Grenzen –
deine Grenzen

Kurz & Knapp

  • Grenzen bedeuten: Bis hierhin und nicht weiter.
  • Jeder Mensch hat Grenzen und das Recht selbst zu bestimmen, was für einen selbst okay ist und was nicht.
  • Über Grenzen zu sprechen, heißt über Bedürfnisse zu sprechen. Das kann Beziehungen besser machen und Sex schöner.

Grenzen: Was ist für dich okay und was nicht?

Menschen sind verschieden – und ihre Grenzen auch. Grenzen zeigen, wo der persönliche Bereich eines Menschen beginnt. In deinem Bereich bestimmst du, was du möchtest, brauchst und wichtig findest.

Herauszufinden, wo deine Grenzen sind, ist spannend und wichtig. Denn dabei lernst du deine Bedürfnisse besser kennen: Was passt zu dir? Was möchtest du und was nicht? Nimm deine Bedürfnisse ernst. Deine Grenzen sind wichtig. Sie helfen dir, Entscheidungen zu treffen, die dir guttun, gesunde Beziehungen zu führen und deine zu gestalten.

Manchmal gehen Menschen zu weit und überschreiten eine Grenze. Wenn jemand deine Grenze verletzt hat, ist es wichtig zu sagen, was für dich nicht okay war. Hast du selbst eine Grenze verletzt, ist es wichtig, dass du um Entschuldigung bittest und dein Verhalten änderst. Mehr zu Grenzverletzungen liest du im Absatz unten.

Warum sind Grenzen wichtig?

Grenzen zu setzen, bedeutet nicht, andere Menschen möglichst weit von sich fernzuhalten. Sondern: Du sagst, was du brauchst und wo deine Grenze ist, das gibt dir selbst und anderen Orientierung. Wenn ihr eure gegenseitigen Grenzen ernstnehmt, kann das Sicherheit und Vertrauen schaffen. Und erst dadurch kann Nähe entstehen.

Du möchtest gerade nicht chatten und für dich sein? Okay. Du möchtest kuscheln, aber keinen ? Auch okay. Das sind deine Grenzen. Deine Freundin oder dein Freund möchte über bestimmte persönliche Dinge nicht sprechen? Auch das ist völlig in Ordnung, denn es ist ihre oder seine Grenze.

Persönliche Grenzen: Das sind deine eigene Meinung und die Werte, die dir wichtig sind.

Emotionale Grenzen: Nimm deine Gefühle und Bedürfnisse wahr. Du darfst dich von anderen abgrenzen, wenn dir etwas nicht gefällt oder es dich verletzt.

Körperliche Grenzen: Du bestimmst über deinen Körper. Du darfst sagen und zeigen, wer dich berühren darf und wer nicht. Auch bestimmst du, wann du Abstand oder Nähe möchtest.

Jeder Mensch entscheidet für sich selbst, wie er die einzelnen Bereiche für sich gestalten möchte und wo er eine Grenze zieht. Die eigene Grenze zeigt: Bis hierhin ist es für mich okay. Das müssen alle ernstnehmen und respektieren. Es ist wichtig und gesund, sich abgrenzen zu können. Wenn du selbst ständig über deine Grenzen gehst, kann das Kraft rauben, Frust produzieren und Unzufriedenheit schaffen.

Grenzen können sich verändern

Was sich gerade noch gut angefühlt hat, kann dir zu einem anderen Zeitpunkt unangenehm sein. Denn Bedürfnisse und auch Gefühle können sich verändern. Das hängt von vielen Dingen ab. Zum Beispiel, wer gerade bei dir ist, in welcher Situation du dich befindest und wie es dir gerade geht. 

Grenzen sind unterschiedlich

Manche mögen Küsse zur Begrüßung, andere nicht oder nur von bestimmten Personen. Was für dich okay ist und was nicht, kannst nur du selbst beurteilen. Das kann auch immer wieder anders sein. Und wie ist das bei dir: Magst du Küsse zur Begrüßung? Gibt es dabei für dich Unterschiede? Wo ist deine Grenze?

Grenzen gibt es nicht nur bei körperlicher Nähe: Wer darf deine Chatnachrichten lesen, dein Styling kommentieren oder ins Bad kommen, wenn du duschst? Du legst die Grenzen fest.

Manche Grenzen sind klar und du merkst sofort: Das möchte ich nicht. Das geht mir zu weit. Manchmal ist es schwieriger. Dann bist du vielleicht unsicher oder stellst erst später fest: Das war nicht okay. Wichtig ist, das anzusprechen. Das gilt überall: in der Familie, in Freundschaften, offline und online, in einer und vor allem beim Sex.
 

Warum fällt es nicht so leicht, Grenzen zu setzen und einzufordern?

Vielleicht willst du Streit vermeiden, nicht uncool wirken oder dein Gegenüber nicht verletzen. Auch Angst vor Ablehnung, Erwartungen und Druck können es schwer machen, herauszufinden, was du möchtest. Und gleichzeitig gibt es da die Grenzen der anderen, die du ernstnehmen und respektieren musst.

Woran erkennst du eine respektvolle Beziehung?

  • Ihr sprecht miteinander darüber, was für euch persönlich okay ist und wo eure Grenzen sind.
  • Du kannst jederzeit und ohne Angst Nein sagen, wenn du etwas nicht möchtest.
  • Ihr respektiert eure gegenseitigen Grenzen.
  • Ihr geht respektvoll miteinander um, auch wenn ihr unterschiedlicher Meinung seid.
  • Ihr achtet aufeinander. Wenn ihr unsicher seid, ob etwas okay ist, fragt ihr nach, bevor ihr weitermacht.
  • Es gibt keinen Druck, etwas tun zu müssen.

Was sind Grenzverletzungen?

Manchmal gehen Menschen zu weit und überschreiten eine Grenze. Das kann passieren, ohne dass sie es wollen oder merken.

Grenzverletzungen passieren manchmal auch zwischen Menschen, die sich nah stehen. Solche Grenzverletzungen können Bemerkungen sein, eine anzügliche Nachricht, Äußerungen über Körper und Aussehen, das Lesen von privaten Nachrichten oder ungewollte Berührungen.

Wenn jemand deine Grenze verletzt hat, ist es wichtig zu sagen, was für dich nicht okay war. So kann die andere Person deine Grenze verstehen und besser darauf achten. Wenn jemand bewusst und immer wieder die Grenzen von anderen verletzt oder gar überschreitet, Druck ausübt, einschüchtert oder aggressiv wird, sind das Anzeichen von Gewalt.

Hast du selbst eine Grenze verletzt, ist es wichtig, dass du um Entschuldigung bittest und dein Verhalten änderst.