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Was sind Deepfakes?

Kurz & Knapp

  • Deepfakes sind KI-Fälschungen, auf denen eine Person täuschend echt aussieht.
  • Niemand hat das Recht, intime Bilder oder Videos ohne deine Erlaubnis zu zeigen – egal, ob sie echt oder mit KI entstanden sind.
  • Du bist niemals selbst schuld, wenn so ein Bild von dir auftaucht.
  • Hilfe holen ist kein Petzen, sondern stark.

So kannst du bildbasierten Missbrauch erkennen

Stell dir vor, eine Person zeigt ein Nacktfoto von dir herum – egal ob digital oder analog – ohne, dass du das erlaubt hast. Oder schlimmer noch: Das Bild ist komplett gefälscht, sieht aber total echt aus. Das ist bildbasierter Missbrauch.

Früher waren es echte Aufnahmen, die sich zum Beispiel Paare in einer geschickt haben. Das konnten Nacktfotos sein oder aufregende Bilder in Unterwäsche. Oder auch Bilder, die jemand an den im Chat geschickt hat. 
Heute kommen immer mehr Bilder ins Netz, die mit künstlicher Intelligenz (KI) gefälscht wurden, also Deepfakes. Solche Bilder zeigen Menschen nackt oder in peinlichen Situationen – obwohl sie sich nie so fotografiert haben. Besonders häufig trifft das Mädchen und junge Frauen. Und oft ist nicht zu erkennen, dass die Bilder gefälscht sind.

Warum Deepfakes alle treffen können

Vielleicht denkst du: „So was passiert doch nur Stars oder Influencerinnen.“ Das stimmt nicht. Auch viele ganz normale sind betroffen. Manchmal schicken Personen aus der Klasse solche Bilder weiter, stellen sie in eine Gruppe oder veröffentlichen sie in sozialen Medien. Oder sie erstellen sogar gefälschte Nacktbilder – aus Neugier, Langeweile oder Rache.

Was Betroffene erleben

Ein Bild im Netz kann sich sehr schnell verbreiten und lässt sich nicht einfach wieder löschen. Die Person auf dem Bild fühlt sich ausgeliefert, bloßgestellt, allein gelassen. Manche entwickeln Angststörungen oder trauen sich kaum noch unter Leute, weil sie denken, alle hätten das Bild gesehen. Andere schlafen schlecht, bekommen Bauchschmerzen oder haben keine mehr auf die Schule und Treffen mit Freundinnen oder Freunden. Viele schämen sich so sehr, dass sie sich niemandem anvertrauen. Dabei ist klar: Schuld sind nie die Betroffenen, sondern immer die Täter und Täterinnen. Trotzdem solltest du möglichst keine Fotos von dir verschicken, die du nicht auch Fremden zeigen würdest. Denn Beziehungen können leider auch auseinandergehen. Und du kannst nicht sicher sein, wie sich die andere Person später verhält. Zeige deine Zuneigung in der Beziehung daher lieber anders.

Bildbasierter Missbrauch ist strafbar

„Ich wollte nur mal ausprobieren, wie das mit KI-Bildern funktioniert.“ So etwas behaupten hinterher viele als Ausrede. Aber das ist keine Entschuldigung. Wer ein Bild ohne Erlaubnis erstellt, bearbeitet, weiterleitet oder speichert, um es später zu zeigen, macht sich strafbar. Das gilt für alle Bilder, auf denen andere zu erkennen sind, aber besonders für Nacktbilder. Egal, ob sie echt sind oder nicht. Denn das ist bildbasierter Missbrauch, oder auch: bildbasierte sexualisierte Gewalt. Wer solche Bilder verschickt, verletzt die Rechte und die Gefühle anderer.

Die Bilder verletzen außerdem das Recht auf Privatsphäre und das Recht am eigenen Bild – also das Recht, zu bestimmen, ob und welche Bilder von einem selbst gezeigt werden. Und es kann sich um Beleidigung oder sogar Erpressung handeln, wenn die Bilder genutzt werden, um jemanden bloßzustellen, unter Druck zu setzen oder Angst zu machen. Das wird Sextortion genannt. Das Wort setzt sich aus den englischen Wörtern für (sex) und Erpressung (extortion) zusammen.

Die Veröffentlichung von Nacktbildern kann als Verbreitung pornografischer Inhalte gelten. Das ist in vielen Fällen verboten. Auch der Versand von solchen Bildern oder Videos an Personen unter 18 Jahren ist strafbar.

Was du tun kannst, wenn du betroffen bist

Zuerst: Du bist nicht allein. Und du hast Rechte. Obwohl es manchmal so wirkt, ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Du kannst:

  • Beweise sichern: Mach so bald wie möglich Screenshots (am besten mit Datum) auf deinem Handy, Tablet oder Computer.
  • Mit jemandem sprechen: Erwachsene Vertrauenspersonen, Lehrerinnen und Lehrer oder Beratungsstellen können dir helfen. Auf dieser Seite findest du unsere Beratungsstellensuche.
  • Anzeige erstatten: Je mehr Anzeigen erstattet werden, desto ernster müssen Polizei und Politik das Problem nehmen. Aber du musst das nicht tun, wenn du nicht willst! Du kannst auch zusammen mit einer Vertrauensperson zur Polizei gehen.
  • Bilder melden: Die sozialen Medien haben Meldefunktionen. Du kannst dort beantragen, das Bild löschen zu lassen.
  • Unterstützung holen: Die Nummer gegen Kummer ist anonym und kostenlos. HateAid ist spezialisiert auf Maßnahmen gegen digitale Gewalt im Internet.