Hodenschmerzen
Kurz & Knapp
- Ist ein Hoden nur manchmal nicht im Hodensack zu spüren, ist das kein Problem. Diese Pendelhoden müssen nicht behandelt werden.
- Eine Hodenverdrehung ist ein sehr schmerzhafter Notfall. Du solltest damit sofort zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen, am Wochenende oder nachts in die Notaufnahme eines Krankenhauses.
Was sind Pendelhoden?
Bei manchen Jungen oder Männern befinden sich einer oder beide Hoden nur gelegentlich im Hodensack. Das wird als Pendelhoden bezeichnet. Dabei werden die Hoden durch die Muskeln hochgezogen und sind nicht mehr im Hodensack zu spüren. Sie rutschen Richtung Leiste.
Pendelhoden müssen meist nicht behandelt werden. Es ist ratsam, regelmäßig nachzuschauen, wo die Hoden sich gerade befinden. Sind sie häufig nicht im Hodensack, solltest du mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen.
Was ist eine Hodenverdrehung?
Eine Hodenverdrehung kann ohne erkennbaren Anlass passieren. Sie ist sehr schmerzhaft. Bei einer Hodenverdrehung werden Blutgefäße abgedrückt. Die Blutversorgung der Hoden ist dadurch geringer oder sogar unterbrochen. Die Blutversorgung muss innerhalb von 6 bis 8 Stunden wiederhergestellt werden. Andernfalls wird der Hoden geschädigt und muss im schlimmsten Fall sogar entfernt werden. Geh daher sofort zu einer Ärztin oder einem Arzt.
Eine Hodenverdrehung ist von außen nicht unbedingt zu sehen. Wenn du unsicher bist, solltest du daher auf jeden Fall zu einer Ärztin oder einem Arzt oder in die Notaufnahme eines Krankenhauses gehen.
Können Hodenverletzungen beim Sport passieren?
Besonders beim Sport kann es zu einer leichten oder schweren Hodenprellung kommen. Viele Jungen und Männer kennen diesen Druckschmerz, der durch einen Stoß oder Schlag ausgelöst wird und von den Hoden aus in den Bauchraum strahlt. Normalerweise verschwindet der Schmerz von allein. Eine leichte Hodenprellung kannst du behandeln, indem du die Stelle kühlst. Aber: Kein Eis direkt auf die Haut legen, ein kühles Tuch reicht!
Es gibt eine Faustregel: Hodenschmerzen, die nach 15 Minuten nicht nachlassen, sollten ärztlich untersucht werden.
Was tun bei Schwellung und Entzündung?
Ist dein Hodensack geschwollen und du hast Fieber, kann es sein, dass die Hoden entzündet sind. Gehe in diesem Fall unbedingt und sofort zu einer Ärztin oder einem Arzt.
Gibt es einen Samenstau?
Nein. Hast du über längere Zeit keinen Samenerguss, kommt es entweder zu einem „feuchten Traum“, also einer Ejakulation im Schlaf. Oder der Körper baut die in den Hoden hergestellten Samenzellen wieder ab. So oder so ist das nicht schädlich und ganz normal. Kein Junge oder Mann muss in bestimmten Abständen einen Samenerguss haben.
Ist ein Junge oder ein Mann längere Zeit sexuell erregt, ohne zum Samenerguss zu kommen, können danach leichte bis mittelstarke Hodenschmerzen auftreten. Das ist nicht gefährlich. Sie klingen nach einiger Zeit von selbst wieder ab. Manchen Jungen und Männern hilft es in einer solchen Situation, durch Selbstbefriedigung zum Samenerguss zu kommen. Andere kühlen die Hoden mit einem feuchten Tuch.
Auf Englisch werden die Schmerzen als „Blue Balls“ bezeichnet, weil bei sexueller Erregung mehr Blut in die dünne Haut des Hodensacks fließt und diese daher leicht bläulich schimmern kann.
Halten leichte bis mittlere Hodenschmerzen länger als drei Tage an, solltest du zu deiner Kinder- und Jugendärztin oder deinem Kinder- und Jugendarzt oder zu deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt gehen und dich untersuchen lassen.