WEBVTT


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Also ein Coming out gab es auf jeden Fall bei 
mir.

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00:00:10.320 --> 00:00:13.440
Das fing, glaube ich an, 
in der siebten achten Klasse bei meinen

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00:00:13.440 --> 00:00:15.810
Freunden, dass ich das denen erstmal erzählt 
habe.

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00:00:16.200 --> 00:00:18.360
Was aber überwiegend erstmal nur Mädchen 
waren,

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00:00:18.780 --> 00:00:22.650
weil ich immer eher die Erfahrung gemacht 
hatte, damit das Mädchen damit entspannter in

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00:00:22.650 --> 00:00:28.320
dem Alter zumindest umgehen als Jungs und 
dann später aber auch bei meinen Eltern mit

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00:00:28.530 --> 00:00:33.150
14, zumindest bei meiner Mutter kann ich mich 
noch sehr gut daran erinnern.

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00:00:33.360 --> 00:00:35.640
Ich hatte es mir davor schon vor Wochen 
vorgenommen.

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00:00:35.640 --> 00:00:39.030
Ich habe es immer wieder aufgeschoben und 
dann habe ich es dann doch irgendwann gemacht

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00:00:39.030 --> 00:00:43.050
an einem Abend. Da hatte ich dann meine Mama 
in mein Zimmer gebeten und dann saßen wir da

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00:00:43.050 --> 00:00:45.900
zusammen auf meinem Bett und dann meinte sie: 
Ja, was denn los?

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00:00:45.930 --> 00:00:49.350
Und weil das so irgendwie, 
es sind eigentlich nur so ein paar Worte,

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00:00:49.350 --> 00:00:52.470
aber das dann irgendwie dann doch über die 
Lippen zu bringen, ist schwer, schwerer als

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00:00:52.470 --> 00:00:55.800
man denkt. Und dann habe ich auf einmal 
angefangen zu kichern,

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00:00:55.800 --> 00:01:00.030
weil ich auf einmal irgendwie so, 
so einem, so einem unwohlen Moment war,

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00:01:00.030 --> 00:01:02.700
wo ich mir dachte So, 
komm du einfach jetzt hinter dich. Dann habe

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ich das so aus mir rausgequetscht und dann 
war es eigentlich auch total okay. Meine

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Mutter hat sich total gefreut, 
hat mich umarmt und hat mir dann von da an

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dann auch immer, wenn sie irgendwas mit LGBTQ 
gesehen hat,

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00:01:13.160 --> 00:01:17.450
mir davon Fotos geschickt, 
also von Tag eins da totalen Support

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00:01:17.450 --> 00:01:20.360
bekommen. Ich hatte nicht wirklich Angst bei 
meinem Coming out,

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00:01:20.360 --> 00:01:23.330
dass ich jetzt auf negative Resonanz stoße, 
weil ich wusste,

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00:01:23.330 --> 00:01:26.930
dass meine Eltern selber homosexuelle Freunde 
haben und da hätte es mich dann doch sehr

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verwundert, wenn da jetzt was anderes 
gekommen wäre.

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Aber es ist trotzdem und ich weiß gar nicht 
mal, warum das so ist,

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irgendwie, weil es ja irgendwo 
gesellschaftlich dann eben doch noch nicht

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ganz akzeptiert ist, doch noch irgendwo etwas 
geächtet wird oder man auf negatives Feedback

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stoßen kann. Etwas, womit man dann eben nicht 
ganz so locker umgehen kann wie jetzt

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beispielsweise: Oh, ich mag total gerne Pasta 
oder so.

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Was man so einfach mal so raushauen kann und 
deswegen irgendwo dann noch mit so einem

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00:01:55.730 --> 00:01:59.390
gewissen Unbehagen einfach verbunden, 
aber dafür dann umso befreiender,

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wenn man es dann hinter sich gebracht hat, 
weil man dann einfach so leben kann,

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so wie man eigentlich ist und dann auch keine 
Sprüche mehr kommt von:

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Ach Leo, wann bringst du denn mal deine erste 
Freundin mit nach Hause? Sondern von

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vornherein klar ist, dass das nie der Fall 
sein wird.

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00:02:13.490 --> 00:02:17.510
So als Tipp, was ich damals gemacht habe, 
nachdem ich dann die Schule gewechselt habe.

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00:02:17.510 --> 00:02:21.290
Nach der zehnten Klasse an der Realschule bin 
ich nämlich auf eine andere Schule gegangen

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und da habe ich mir einfach davor fest 
gesagt,

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ich möchte nicht in die Situation kommen, 
dass ich jetzt mein großes Coming out mache,

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sondern ich gehe als geoutete Person da rein 
und das,

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wenn mich jemand fragt, 
ich ganz cool darauf reagiere, einfach mit:

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Ja, ich bin schwul und das gar nicht mehr 
weiter thematisiere,

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sondern dann so klar stelle und dann 
verbreitet sich das so ganz normal und

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00:02:42.320 --> 00:02:46.430
spricht dich auch niemand darauf an, 
weil wenn du es andersherum machst und erst

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00:02:46.430 --> 00:02:48.710
in die Schule reingehst, 
lernen dich Leute als die Person erstmal

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kennen, die du bist. Und wenn du dich dann 
outest,

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bringt das dann schon ein bisschen 
Veränderung mit rein. Und es gibt Leute, die

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damit dann vielleicht anders umgehen oder 
dann irgendwie Schockmoment haben oder

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irgendwie so, was mittlerweile eigentlich 
nicht mehr so krass der Fall ist, gerade bei

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mir und meinen Freunden.

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Aber dadurch, dass man eben, 
wenn man in so einen neuen Lebensabschnitt

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reingeht, wenn man da schon als geoutete 
Person reingeht, ist es einfach einfacher als

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sich dann später zu outen.